Lohnt sich Google Ads bei kleinem Budget?

Google Ads kann für lokale Dienstleister schon ab etwa 500 Euro Werbebudget im Monat funktionieren. Voraussetzung: Du wirbst nur in deinem Einzugsgebiet, nur für zwei bis drei Leistungen und nur im Suchnetzwerk. Wer mit 150 Euro im Monat startet und dabei ganz Nordrhein-Westfalen bewerben will, verbrennt das Geld. Nicht weil Google Ads schlecht wäre, sondern weil zu wenige Klicks zusammenkommen, um überhaupt zu erkennen, was funktioniert.

Die ehrlichere Frage ist deshalb nicht, ob sich Anzeigen lohnen, sondern ob bei dir schon alles steht, damit ein bezahlter Klick auch etwas wert ist.

Was ein Klick bei lokalen Dienstleistern kostet

Du zahlst bei Google pro Klick, nicht für die Anzeige selbst. Die Preise unterscheiden sich stark nach Gewerk und Ort. Übliche Größenordnungen in Deutschland:

  • Handwerk und lokale Dienstleister: etwa 1,50 bis 4,50 Euro pro Klick
  • Notdienst-Suchbegriffe wie Rohrbruch oder Schlüsseldienst: eher 5 bis 8 Euro
  • Friseur, Gastronomie und ähnliche Bereiche: oft unter 1,50 Euro
  • Kanzleien und Versicherungen: deutlich teurer, teils zweistellig

In einer Stadt wie Bielefeld sind die Preise meistens niedriger als in München oder Hamburg, weil weniger Betriebe um dieselben Suchbegriffe bieten. Das ist ein echter Vorteil für Betriebe in Ostwestfalen.

Die Rechnung, die du vor dem Start machen solltest

Mach diese Rechnung auf einem Bierdeckel, bevor du ein Konto anlegst. Sie dauert fünf Minuten und schützt dich vor teuren Überraschungen.

  1. Wie viele Klicks bekomme ich? Budget geteilt durch Klickpreis. Bei 500 Euro und 2,50 Euro pro Klick sind das 200 Klicks.
  2. Wie viele davon fragen an? Bei lokalen Dienstleistern melden sich üblicherweise vier bis acht von hundert. Aus 200 Klicks werden also grob 8 bis 16 Anfragen.
  3. Wie viele werden Aufträge? Das weißt du selbst am besten. Wenn du jede dritte Anfrage abschließt, sind das 3 bis 5 Aufträge.
  4. Was ist ein Auftrag wert? Multipliziere mit deinem Deckungsbeitrag, nicht mit dem Umsatz.

Wenn am Ende mehr rauskommt als die 500 Euro plus deine Zeit, lohnt es sich. Wenn nicht, lass es. Der häufigste Fall, in dem es sich nicht lohnt: kleiner Auftragswert und viele Anfragen, die nur Preise vergleichen.

Merksatz: Ein Auftrag mit 2.000 Euro Wert trägt ein Monatsbudget locker. Ein Auftrag mit 80 Euro Wert braucht Masse, und Masse ist bei kleinem Budget nicht drin.

Was stehen muss, bevor du den ersten Euro ausgibst

Hier liegt der Punkt, an dem die meisten kleinen Betriebe Geld verlieren. Google schickt dir Besucher. Was danach passiert, ist deine Sache. Diese fünf Dinge müssen vorher sitzen:

  • Die Seite lädt schnell auf dem Handy. Über die Hälfte deiner Klicks kommt vom Smartphone. Wer drei Sekunden auf ein Bild wartet, ist weg. Du hast trotzdem bezahlt.
  • Die Telefonnummer ist oben und antippbar. Nicht im Impressum. Nicht als Bild.
  • Die Anzeige führt auf die passende Seite. Wer nach Badsanierung sucht, muss auf der Seite zur Badsanierung landen, nicht auf der Startseite.
  • Ein kurzes Anfrageformular. Drei bis fünf Felder. Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anfragen.
  • Jemand antwortet schnell. Anfragen aus Anzeigen sind ungeduldig. Wer erst nach drei Tagen zurückruft, hat den Kunden an den Wettbewerber verloren.

Deshalb sind Anzeigen bei uns bewusst der zweite Schritt und nicht der erste. Erst muss die Basis stehen, also ein Auftritt, der Anfragen annimmt und den Google versteht. Wie so eine Basis aussieht, steht unter Webseiten mit System. Anzeigen auf eine schwache Seite zu schalten heißt nur, schneller zu bezahlen für ein Problem, das du sowieso hast.

Die häufigsten Fehler, die kleines Budget verbrennen

Wenn Anzeigen bei kleinen Betrieben nicht funktionieren, liegt es fast immer an einem dieser Punkte:

  1. Zu großes Gebiet. Fünfzig Kilometer Umkreis klingt gut, verteilt aber dein Budget auf Leute, zu denen du gar nicht fahren willst.
  2. Zu viele Suchbegriffe. Vierzig Begriffe mit 500 Euro heißt: kein Begriff bekommt genug Klicks, um etwas zu lernen.
  3. Keine ausschließenden Begriffe. Ohne sie zahlst du für "Job", "Ausbildung", "selber machen" und "kostenlos". Das ist oft ein Viertel des Budgets.
  4. Kein Tracking. Wenn du nicht misst, welche Anfrage aus welcher Anzeige kam, optimierst du im Dunkeln. Anrufe gehören mitgemessen, nicht nur Formulare.
  5. Nach zwei Wochen abschalten. Die ersten Wochen sind Lehrgeld. Wer vorher aufhört, hat nur bezahlt und nichts gelernt.
  6. Alles automatisch laufen lassen. Die bequemen Kampagnenarten von Google verteilen dein Geld breit. Bei kleinem Budget willst du das Gegenteil.

Für wen sich Google Ads nicht lohnt

Ehrlich gesagt für einen guten Teil der kleinen Betriebe. Lass die Finger davon, wenn einer dieser Punkte auf dich zutrifft:

  • Dein Auftragsbuch ist voll und du suchst keine neuen Kunden
  • Dein durchschnittlicher Auftrag bringt weniger als hundert Euro Deckungsbeitrag
  • Niemand bei dir kann innerhalb eines Tages auf Anfragen reagieren
  • Nach deiner Leistung sucht kaum jemand aktiv bei Google, zum Beispiel weil sie erklärungsbedürftig ist
  • Du hast noch keine Webseite, die Anfragen annehmen kann

Der letzte Punkt ist der wichtigste. Anzeigen sind ein Verstärker. Sie verstärken auch das, was nicht funktioniert.

Was oft mehr bringt als Anzeigen

Bevor du Geld für Klicks ausgibst, hol dir die kostenlosen Anfragen ab:

  • Google Unternehmensprofil pflegen. Öffnungszeiten, Leistungen, echte Fotos, Bewertungen. Für viele lokale Betriebe ist das der stärkste Kanal überhaupt, und er kostet nichts.
  • Eigene Seiten für deine Hauptleistungen. Eine Seite pro Leistung mit Ortsbezug bringt dir dauerhaft Besucher, ohne dass du pro Klick zahlst.
  • Bestandskunden erinnern. Wartung, Nachkontrolle, Folgetermin. Das ist der günstigste Auftrag, den es gibt.

Beispiele dafür, wie Betriebe damit sichtbarer geworden sind, findest du in unseren Case Studys.

So startest du mit 500 Euro sinnvoll

Wenn du es probieren willst, dann so:

  1. Wähle eine Leistung, mit der du am meisten verdienst.
  2. Begrenze das Gebiet auf deinen echten Einzugsbereich, meistens 15 bis 25 Kilometer.
  3. Nutze nur Suchanzeigen, keine Displaynetzwerke und keine automatischen Kampagnen.
  4. Leg zehn bis zwanzig Suchbegriffe an, alle mit Ortsbezug wie Gewerk plus Stadt.
  5. Trag mindestens dreißig ausschließende Begriffe ein, allen voran "kostenlos", "job", "gehalt" und "selber".
  6. Richte Anrufmessung ein, bevor die erste Anzeige läuft.
  7. Lass es acht Wochen laufen und sieh dir dann an, welche Begriffe Anfragen gebracht haben.

Nach acht Wochen weißt du genug, um zu entscheiden: ausbauen, umbauen oder lassen. Diese Entscheidung ehrlich zu treffen ist mehr wert als jede Optimierung.