Zuerst prüfen: kommt überhaupt jemand?
Wenn über deine Webseite nichts reinkommt, gibt es genau zwei mögliche Ursachen. Entweder findet dich niemand, oder Leute finden dich und fragen trotzdem nicht an. Das sind völlig verschiedene Probleme mit völlig verschiedenen Lösungen. Wer das nicht auseinanderhält, baut oft monatelang am Falschen.
So findest du es heraus: Richte die Google Search Console ein, das ist kostenlos und dauert etwa zwanzig Minuten. Dort siehst du, wie viele Leute in den Suchergebnissen auf deine Seite geklickt haben.
- Unter 50 Klicks im Monat? Dann hast du ein Sichtbarkeitsproblem. Die Punkte unten helfen dir trotzdem, aber zuerst musst du gefunden werden.
- Mehrere hundert Klicks, aber kaum Anfragen? Dann geht es genau um die Gründe in diesem Artikel.
Der Rest des Textes behandelt den zweiten Fall. Leute kommen, aber sie melden sich nicht.
Grund 1: In fünf Sekunden ist nicht klar, was du machst
Der häufigste Fehler überhaupt. Oben steht ein großes Foto, darunter "Herzlich willkommen" oder "Ihr Partner für Qualität". Wer nicht schon weiß, wer du bist, weiß es danach immer noch nicht.
Besucher entscheiden in wenigen Sekunden, ob sie richtig sind. In dieser Zeit müssen drei Fragen beantwortet sein: Was machst du, für wen, und wo.
Sofort-Tipp: Schreib ganz oben einen einzigen klaren Satz. Zum Beispiel "Elektroinstallation und Störungsdienst für Privathaushalte in Bielefeld und Umgebung". Kein Slogan, keine Begrüßung. Dann zeig deine Startseite jemandem, der deinen Betrieb nicht kennt, und frag nach fünf Sekunden, was du anbietest. Die Antwort sagt dir alles.
Grund 2: Die Kontaktmöglichkeit ist zu weit weg
Viele Seiten haben genau eine Stelle zum Kontaktieren, und die ist unter "Kontakt" im Menü versteckt. Wer gerade überzeugt ist, muss dann erst suchen. Ein Teil dieser Leute sucht nicht.
Das gilt besonders auf dem Handy. Dort ist die Telefonnummer oft ein Bild oder normaler Text, den man nicht antippen kann. Wer die Nummer abtippen muss, ruft seltener an.
Sofort-Tipp: Telefonnummer und Kontaktbutton gehören ganz nach oben, auf jede einzelne Seite, und noch einmal ans Ende jeder Seite. Auf dem Handy als antippbarer Link, damit ein Tipp den Anruf startet. Wenn du das Prinzip in unseren Projekten sehen willst, findest du Beispiele unter unsere Projekte.
Grund 3: Auf dem Handy zu langsam
Der Großteil deiner Besucher kommt vom Smartphone, oft unterwegs mit mittelmäßigem Empfang. Wer drei Sekunden auf ein Bild wartet, klickt zurück. Diese Leute tauchen in keiner Statistik als verlorene Anfrage auf, sie sind einfach weg.
Die häufigste Ursache sind riesige Bilddateien. Ein Foto direkt aus dem Handy kann fünf Megabyte groß sein, obwohl auf der Seite ein Zehntel davon reichen würde.
Sofort-Tipp: Gib deine Adresse bei Google PageSpeed Insights ein. Das Werkzeug ist kostenlos und zeigt dir, wie lange es dauert, bis der Hauptinhalt sichtbar ist. Als Richtwert gilt: unter 2,5 Sekunden. Wenn Bilder als Hauptproblem genannt werden, lass sie verkleinern. Das ist meistens eine Sache von einer Stunde.
Grund 4: Keine Preise, keine Anhaltspunkte
Sehr viele Betriebe nennen bewusst keine Preise, weil es "immer individuell" ist. Verständlich, aber es kostet Anfragen. Besucher wollen wissen, ob sie in der richtigen Größenordnung sind. Wer keinen Anhaltspunkt findet, klickt oft lieber weiter, statt anzurufen und sich zu blamieren.
Du musst keine Festpreise nennen. Es reicht ein Rahmen.
Sofort-Tipp: Schreib für deine drei häufigsten Leistungen je einen Satz mit einem Ab-Preis oder einer Spanne, plus einen Satz dazu, wovon es abhängt. Zum Beispiel: "Eine Inspektion kostet ab 180 Euro, je nach Modell und Umfang." Damit qualifizierst du auch gleich vor. Anfragen von Leuten, die nur das Billigste suchen, gehen zurück.
Beobachte, welche Anfragen du bekommst. Wenn ständig Leute anfragen, die viel zu klein oder viel zu groß für dich sind, ist meistens die Seite zu unklar, nicht der Markt.
Grund 5: Nichts, was Vertrauen schafft
Dein Besucher soll einem Fremden Geld geben oder ihn in seine Wohnung lassen. Ohne Belege passiert das selten. Trotzdem bestehen viele Seiten nur aus Selbstbeschreibung und gekauften Bildern.
Was wirklich wirkt:
- Echte Fotos von deinem Team, deinen Fahrzeugen und fertigen Arbeiten
- Bewertungen mit Text, gern direkt auf der Seite eingebunden
- Konkrete Projekte: was war das Problem, was hast du gemacht, wie lange hat es gedauert
- Gesichter und Namen. Wer ruft hier an, mit wem spricht man?
Sofort-Tipp: Tausch das gekaufte Titelbild gegen ein echtes Foto aus deinem Betrieb. Selbst ein Handyfoto bei gutem Licht wirkt stärker als ein perfektes Bild, das jeder schon mal gesehen hat.
Grund 6: Das Formular fragt zu viel
Ein Formular mit zwölf Pflichtfeldern ist eine Hürde. Jedes zusätzliche Feld kostet Anfragen. Besonders unbeliebt: Anrede als Pflicht, Adresse beim ersten Kontakt, ein Kästchen "Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?".
Umgekehrt gilt aber auch: Ein Formular mit nur einem Freitextfeld bringt dir Anfragen, bei denen alles Wichtige fehlt. Dann telefonierst du wieder dreimal hinterher.
Der richtige Weg liegt dazwischen. Frag wenige Dinge, aber die richtigen. Statt "Ihre Nachricht" lieber eine Auswahl der Leistung, den Ort und einen Wunschzeitraum. Für einen Gebäudeservice-Betrieb haben wir genau so eine Anfragestrecke gebaut, damit Anfragen vollständig ankommen statt in Rückrufen zu enden. Mehr dazu in unseren Case Studys.
Sofort-Tipp: Streich heute alle Pflichtfelder bis auf drei bis fünf. Und teste dein eigenes Formular einmal selbst vom Handy aus. Erschreckend oft kommt die Mail gar nicht an, weil sie an eine alte Adresse geht oder im Spam landet.
Grund 7: Du antwortest zu spät
Das ist kein Webseitenproblem, aber es zerstört die Wirkung jeder guten Seite. Wer online anfragt, fragt meistens bei mehreren Anbietern gleichzeitig an. Der Erste, der antwortet, hat die besten Karten.
Wenn eine Anfrage drei Tage liegt, ist der Auftrag in der Regel weg, und der Kunde erzählt es weiter.
Sofort-Tipp: Leg fest, wer Anfragen bearbeitet und bis wann. Eine kurze automatische Bestätigung direkt nach dem Absenden hilft zusätzlich, damit niemand denkt, das Formular sei kaputt. Und richte eine Weiterleitung aufs Handy ein, wenn du selten am Rechner sitzt.
Die Checkliste in zehn Minuten
Nimm dein Handy und geh diese Punkte auf deiner eigenen Seite durch:
- Steht in den ersten zwei Zeilen, was du machst, für wen und wo?
- Ist die Telefonnummer ohne Scrollen sichtbar und antippbar?
- Lädt die Seite in unter drei Sekunden?
- Findest du für deine Hauptleistungen einen Preis oder eine Spanne?
- Sind echte Fotos aus deinem Betrieb zu sehen?
- Hat dein Formular höchstens fünf Pflichtfelder?
- Kommt eine Testanfrage bei dir tatsächlich an?
- Weiß jemand im Betrieb, dass er sie innerhalb von 24 Stunden beantworten soll?
Jedes Nein ist eine konkrete Aufgabe. Fang bei Punkt 7 an, denn wenn Anfragen gar nicht ankommen, ist alles andere egal. Danach nimm dir Punkt 1 und 2 vor. Diese beiden bringen erfahrungsgemäß am meisten, und beide kosten dich keinen Cent.